Über uns:
Organisation

Mission und Werte

Wir setzen uns für Bildungsgerechtigkeit und Jugendengagement ein. Wir fördern Projekte, vergeben Stipendien und setzen eigene Programme um – in Berlin-Kreuzberg, Deutschland und darüber hinaus.

Wir glauben an die Fähigkeiten junger Menschen, unterstützen ihr Engagement und ermöglichen Bildungsangebote. Dabei konzentrieren wir uns auf diejenigen, die vom Bildungssystem, ihren Eltern oder ihrem sozialen Umfeld nur wenig Unterstützung erhalten.

Ausgehend von unserem Sitz in Berlin-Kreuzberg betreiben und unterstützen wir viele lokale Projekte für Kinder und Jugendliche. Unser Engagement endet aber nicht an den Bezirksgrenzen: Mit Kreuzberger Werten wie Toleranz, Flexibilität, Experimentierfreude sowie der Überzeugung, dass Vielfalt positiv ist, engagieren wir uns bundes- und europaweit.

Herzlich Willkommen!

Die Kreuzberger Kinderstiftung gAG in Kürze – vorgestellt von Stipendiat*innen, Unterstützer*innen und Mitarbeiter*innen.

Unsere Organisation

Die Kreuzberger Kinderstiftung gemeinnützige Aktiengesellschaft wurde 2014 gegründet. Mit der Rechtsform gAG gehen wir neue Wege der Partizipation: Aktuell 86 Aktionär*innen (Stand 3/2021) bestimmen die Geschicke unserer Organisation und setzen sich gemeinsam für Bildungsgerechtigkeit und Jugendengagement ein – nicht nur mit ihrer Stimme auf der Hauptversammlung, sondern v.a. auch, indem sie in unseren Entscheidungsgremien oder in Arbeitskreisen zur Weiterentwicklung unserer Arbeit mitwirken. Ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht ihnen dabei selbstverständlich nicht, da die Aktiengesellschaft gemeinnützig ist (Satzung der Kreuzberger Kinderstiftung gAG). Was sie erhalten, sind vor allem partizipative Möglichkeiten und die Chance, eigene Ideen einzubringen, sowie der Austausch mit Menschen, die ähnliche Fragen umtreiben.

Unser Ziel ist es, noch mehr insbesondere junge Menschen in unsere Arbeit einzubinden und ihnen Verantwortung zu übergeben – wie wir es bereits mit unserem Jugendrat tun, der unabhängig über die eingehenden Anträge im Bereich der Projektförderung entscheidet.

Die Kreuzberger Kinderstiftung gAG ist als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. Unsere Organisation wird ausschließlich über private Zuwendungen finanziert. Ohne Spenden wäre unsere Arbeit nicht möglich.

Einige unserer Programme existieren bereits länger als die gAG. Sie wurden ursprünglich von der gemeinnützigen Kreuzberger Kinderstiftung (rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts) ins Leben gerufen, die 2004 vom Rechtsanwalt und Unternehmer Peter R. Ackermann errichtet wurde (Satzung der Kreuzberger Kinderstiftung SbR). Nach Gründung der gAG wurden diese Programme von der gAG übernommen. Die Stiftung bürgerlichen Rechts ist heute noch für den Erhalt des Stiftungshauses und des dazugehörigen Grundstücks zuständig.

Warum eine gemeinnützige Aktiengesellschaft?

Gemeinnützige Arbeit lässt sich in verschiedenen Rechtsformen organisieren. Ob die Ziele einer Organisation als Verein, Stiftung bürgerlichen Rechts, gemeinnützige GmbH oder gemeinnützige Aktiengesellschaft am besten umgesetzt werden können, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab.

Wir haben uns 2015, nach 13 Jahren Existenz als klassische Stiftung bürgerlichen Rechts, für den unkonventionellen Weg entschieden, alle neuen Projekte unter dem Dach einer neu gegründeten gemeinnützige Aktiengesellschaft, kurz gAG, zu organisieren und die Aktien an engagierte Privatpersonen zu verkaufen, die dadurch zu Miteigentümer*innen wurden. Warum haben wir es nicht bei dem alten Modell belassen?

Wir haben uns aus den folgenden fünf Gründen für die Organisationsform in der gAG entschieden:

  • Im Vergleich zur klassischen Stiftung bürgerlichen Rechts ist die gAG leistungsfähiger, denn nicht nur Zinsen, sondern das gesamte Kapital können für Stiftungszwecke verwendet werden.
  • Außerdem ist die gAG flexibler. Stiftungssatzungen können in der Hauptversammlung mit qualifizierter Mehrheit an neue Umständen angepasst werden
  • Die gAG ist auch besonders transparent, da die Bilanzen und alle das Unternehmen betreffenden Umstände vollumfänglich veröffentlicht werden müssen (Transparenz-Seite).
  • Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die demokratische Legitimation: In der gAG wird der Vorstand durch einen Aufsichtsrat bestellt und kontrolliert, der wiederum von der Aktionärsversammlung gewählt wird. In der klassischen Stiftung hingegen schulden Stiftungsvorstände in der Regel keinem gewählten Gremium Rechenschaft.
  • Auch in Bezug auf die Vorstandsnachfolge und die Gefahr sachfremder Entscheidungen bietet die gAG Vorteile: In Stiftungen berufen meist die verbleibenden Vorstandsmitglieder eine Ersatzperson. In der gAG stellt der Aufsichtsrat nach Ausschreibung und Auswahlverfahren den/die Nachfolger*in ein.

Wir wollen in der gAG unsere Überzeugung verwirklichen, dass Entscheidungsprozesse „von unten nach oben“ ablaufen sollten. Jede*r der 86 Aktionär*innen (Stand 3/2021) der Kreuzberger Kinderstiftung gAG hat in der Hauptversammlung eine Stimme und kann an allen wichtigen Entscheidungsprozessen teilhaben. Mit ihrer Stimme in der Hauptversammlung lenken die Aktionär*innen die langfristige Ausrichtung der gAG, denn sie entscheiden über Inhalte und finanzielle Ausstattung unserer Programme und wählen den Aufsichtsrat, der wiederum den Vorstand bestellt. Dieser partizipative Ansatz ermöglicht es den Aktionär*innen, ihr Wissen und ihre Ideen in Arbeitsgruppen einzubringen, neue Projekte anzustoßen und mitzugestalten sowie sich aktiv an der operativen Stiftungsarbeit zu beteiligen. Es finden regelmäßig Veranstaltungen zu wechselnden Themen statt, bei denen sie über aktuelle Fragestellungen diskutieren und nach Wegen suchen, um die Programme der gAG weiterzuentwickeln.

Von der Stipendiatin zur Aktionärin

Melanie Krahl hat mit einem unserer Stipendien ein Schuljahr im Ausland verbracht. Nach ihrer Rückkehr hat sie Projekte für Geflüchtete initiiert. Seit 2017 engagiert sie sich als Aktionärin bei der Kreuzberger Kinderstiftung gAG, im Juni 2019 wurde sie in den Aufsichtsrat gewählt.

Unsere Programme

Projektförderung

Mit unseren Förderprogrammen unterstützen wir Projekte anderer gemeinnütziger Träger. Dabei richtet sich das Programm Kinder- und Jugendengagement in Deutschland an Projekte, die Kinder und Jugendliche zu einer aktiven Mitgestaltung ihres eigenen Lebensumfelds anregen. Besonders gerne fördern wir Aktivitäten, die von Kindern und Jugendlichen selbst geplant und organisiert werden. Mit der Förderung von Jugendprojekten in Griechenland soll ein Beitrag dazu geleistet werden, die Auswirkungen der Krisen auf die junge Bevölkerung abzumildern.

Seit 2004 haben wir über 500 Projekte gefördert und dafür über 1,1 Millionen Euro aufgewendet.

Stipendien

Durch die Vergabe von Stipendien ermöglichen wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Zugang zu Bildung und interkulturellen Erfahrungen. So geben wir seit 2009 Mittel- und Realschüler*innen die Chance, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen. Über 500 Jugendliche wurden bisher mit einem Stipendium gefördert.

Die Erfahrungen im Ausland sind für die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen von unschätzbarem Wert. Doch Mittel- und Realschüler*innen haben nur sehr selten die Möglichkeit, diese Erfahrungen zu machen. 95 % aller Jugendlichen, die für ein Schuljahr ins Ausland gehen, sind Gymnasiast*innen. Wir finden: Interkulturelle Erfahrungen sollen kein Privileg höherer Bildungsschichten bleiben. Neben der Konzentration auf Mittel- und Realschüler*innen setzen wir auf den innereuropäischen Austausch. Damit leisten wir einen Beitrag dazu, die Jugend Europas zu verbinden und so die Einigung unseres Kontinents in herausfordernden Zeiten zu stärken. Mit derselben Motivation finanzieren wir dreiwöchige Studienreisen junger Menschen nach Griechenland und in andere europäische Länder.

Mit dem IKAROS-Stipendium geben wir jungen Menschen eine zweite Chance und unterstützen sie auf ihrem Zweiten Bildungsweg. Es gibt viele Faktoren, die zu einem Schulabbruch führen – und mindestens genauso viele gute Gründe, einen Schulabschluss oder eine berufliche Qualifizierung nachzuholen. Das Stipendium ermöglicht hoch motivierten jungen Menschen die notwendige finanzielle Unterstützung, um unabhängig und eigenständig einen Abschluss erreichen zu können.

Seit 2020 ermöglichen wir mit dem Projekt Careleaver Weltweit jungen Erwachsenen, die einen Teil ihres Lebens in öffentlicher Erziehung verbracht haben, den Zugang zu Auslandsaufenthalten. Wir unterstützen sie organisatorisch, persönlich und finanziell vom Bewerbungsverfahren bis nach ihrer Rückkehr.

Seit 2009 haben wir mit unseren Stipendienprogrammen über 680 junge Menschen mit rund 2,5 Mio. Euro unterstützt.

Eigene Projekte

Zur Europawahl am 26. Mai 2019 haben wir im Projekt Erstwahlhelfer*innen Berlin gemeinsam mit der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa und in Kooperation mit dem Bildungsinstitut Haus Rissen junge Berliner*innen zu Wahlhelfer*innen ausgebildet und an Wahlämter vermittelt. Damit wurde der Bezug zu Europa und das Verständnis für demokratische Prozesse gestärkt. Das Folgeprojekt zur Bundestagswahl 2021 unter dem Motto „Zähl die X – Dein X zählt!“ wird weitgehend ehrenamtlich von Aktionär*innen getragen und will Jugendliche zum Wählen und Wahlhelfen aktivieren und unseren Neubau zum Wahllokal machen.

Mit unserem 2019 initiierten Projekt Auslandserfahrung für Alle! wollen wir mehr Jugendlichen an Integrierten Sekundar-, Real- und Gemeinschaftsschulen internationale Lernerfahrungen ermöglichen. Wir informieren in Workshops an Schulen über die zahlreichen Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen. Denn das klassische Schuljahr im Ausland, das wir mit unseren Stipendien unterstützen, ist nicht für jede*n Schüler*in das passende Format.

2020 haben wir das Projekt Werde Welten-Entdecker ins Leben gerufen – ein Projekt, in dem wir Jugendliche über ein digitales Spiel die kulturelle Vielfalt Berlins entdecken lassen.

Kinderkurse

Am Sitz der Stiftung in Berlin-Kreuzberg bieten wir Kurse für Kinder und Jugendliche an. Dazu gehören ein Kinderchor und zwei Kanugruppen (Spree-Bären). Außerdem stellen wir unseren großen Garten am Berliner Landwehrkanal Kitas und Jugendgruppen kostenlos zur Verfügung. Mehr als 150 Mal pro Jahr wird dieses Angebot genutzt. In unserem Garten klettern die Kinder auf unser Baumhaus, ernten Obst und Gemüse oder springen auf unserem Trampolin. Jugendgruppen nutzen unseren Garten und unser Haus für Seminare und Feste.

Lisa: Reisestipendiatin und Aktionärin

Die Studentin und Griechenland-Expertin Lisa Brüßler hat uns über ein Reisestipendium kennengelernt. Im Anschluss an ihre Reise engagierte sie sich ehrenamtlich in unserem Förderprogramm „Jugendprojekte in Griechenland“ und wurde Mitte 2017 Aktionärin. Auf dem Foto berichtet sie während einer Veranstaltung von der Situation Jugendlicher in Griechenland.

Mitarbeitende

Schon seit Jahren schreiben wir die Partizipation Jugendlicher in unserer Organisation groß: Unser Jugendrat entscheidet eigenständig über die eingehenden Anträge im Förderprogramm „Kinder- und Jugendengagement in Deutschland“ und damit über Fördermittel in Höhe von rund 125.000 Euro jährlich. Seit 2020 gibt es auch in den Stipendienprogrammen „IKAROS“, „Erlebe Europa!“ und „Careleaver Weltweit“ Auswahlgremien, bestehend aus ehemaligen Stipendiat*innen, Aktionär*innen und Mitarbeiterinnen, die gemeinsam über die Stipendienvergabe beraten und entscheiden.

Unsere Aktionär*innen, Aufsichtsratsmitglieder, Mitarbeiter*innen und Vorstandsmitglieder engagieren sich seit Jahren, teilweise seit Jahrzehnten, für Bildungsgerechtigkeit und Jugendengagement. Diese Gemeinsamkeit treibt uns genauso an, wie die Vielfalt unserer beruflichen und persönlichen Hintergründe unsere Arbeit bereichert.

Wir alle freuen uns, Sie in unserem Stiftungshaus, dem denkmalgeschützten „Schleusenwärterhäuschen“, und in unserem Neubau am Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg zu begrüßen.

Tevin: Stipendiat, Jugendratsmitglied und Spender

Tevin Schneider ist uns seit dem Schuljahr 2011/2012 verbunden. Damals verbrachte er als Stipendiat ein Schuljahr in den USA. Anschließend begann er, sich in unserem Jugendrat zu engagieren. 2017 spendete er zudem – aus seinem Azubi-Gehalt – 250 Euro für das Stipendienprogramm „Schuljahr im Ausland“. Inzwischen ist er Aktionär und seit Juni 2019 Mitglied im Aufsichtsrat.

Partner und Netzwerk

Für unsere Stipendienprogramme „Erlebe Europa!“ und „Neukölln bricht auf“ arbeiten wir mit AFS Interkulturelle Begegnungen e.V., Experiment e.V., dem Deutschen Youth For Understanding Komitee e.V. (YFU) und Open Door International e.V. zusammen. Das Projekt „Auslandserfahrung für Alle!“ führen wir in gemeinsam mit transfer e.V. durch und unser Projekt „Erstawahlhelfer*innen Berlin“ zur Europawahl 2019 haben wir gemeinsam mit der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa und in Kooperation mit dem Bildungsinstitut Haus Rissen durchgeführt.

Wir sind Mitglied im Netzwerk Chancen, bei Citizens for Europe sowie im Netzwerk Stiftungen und Bildung.

Die Kreuzberger Kinderstiftung (Stiftung bürgerlichen Rechts) ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V.

Weiteres Infomaterial

Satzung der Kreuzberger Kinderstiftung gAG (PDF, 461 KB)

Organigramm (PDf, 1,3 MB)

Flyer Kreuzberger Kinderstiftung
Unsere Organisation kurz und knapp vorgestellt (PDF, 4 MB)

Die Kreuzberger Kinderstiftung gemeinnützige Aktiengesellschaft
Broschüre über die Kreuzberger Kinderstiftung gAG und ihre Rechtsform (PDF, 11 MB)

„Die erste Dekade“
Broschüre über die ersten zehn Jahre (2004-2014) der Kreuzberger Kinderstiftung (PDF, 9 MB)

 

Spenden

Unsere Programme und Projekte für Kinder und Jugendliche sind auf Spenden angewiesen.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit für Bildungsgerechtigkeit und Jugendengagement mit einer Spende.

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