Von der Realschule in die Welt

Die Kreuzberger Kinderstiftung ermöglicht dieses Jahr 60 Mittel- und Realschüler/innen ein Stipendium für ein Schuljahr im Ausland und stellt dafür 173.000€ zur Verfügung. 

Am 10. Juni 2017 wurden die Stipendiat/innen im Stiftungsgarten der Kreuzberger Kinderstiftung mit einem Sommerfest in ihr Auslandsjahr verabschiedet. 

„Lernt, spielt, genießt und kommt heil wieder“, mit diesen Worten wünschte Peter Ackermann, Stifter und Vorstandsmitglied der Kreuzberger Kinderstiftung, den Stipendiat/innen ein aufregendes und erfolgreiches Jahr. 

Die aus ganz Deutschland stammenden Schülerinnen und Schüler haben zuvor Mittel- oder Realschulen besucht und erhalten nun die Chance eines Auslandaufenthaltes, die bisher fast ausschließlich Gymnasiast/innen vorbehalten ist. Nur 2,1% aller Mittel- und Realschüler verbringen während ihrer Schulzeit ein Jahr im Ausland. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der Gymnasiast/innen, die ins Ausland gehen, sechsmal so hoch. 

Mit der gezielten Förderung von Schülerinnen und Schülern dieser Schulformen setzt die Kreuzberger Kinderstiftung an einer Ungerechtigkeit im Bildungssystem an. 

Denn die Vorteile eines Auslandsaufenthaltes sind offensichtlich: Die Jugendlichen haben die Möglichkeit ihre Sprachkompetenzen zu erweitern, große Schritte zur Selbstständigkeit zu machen, sowie interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Vom Nutzen eines Auslandsjahres profitieren auch Nicht-Gymnasiast/innen, insbesondere im Hinblick auf die Entfaltung ihrer Persönlichkeit und für ihren zukünftigen Werdegang. So beschreibt es auch Frauke aus dem Stipendienjahrgang 2016 in ihrem Zwischenbericht aus Spanien: „Ich denke, dass ich mich in diesen paar Monaten unglaublich weiterentwickelt habe, denn ich wurde mit Situationen konfrontiert, die ich nicht kannte und musste so einige Male über meinen Schatten springen“.

Obwohl ein Auslandjahr nicht immer leicht für die größtenteils 16-Jährigen ist, nahm die Stipendiatin Greta, die letztes Jahr ihr Auslandjahr in Thailand verbrachte, in ihrer Rede auf dem Sommerfest den Stipendiat/innen ihre Ängste und ermutigt sie Ihr Auslandsjahr zu genießen: „Es kann sein, dass ihr mal einen Tiefpunkt habt. Aber dann denkt daran, dass auch diese Phase vorbeigehen wird und es wieder bergauf geht. Denn ihr werdet auch Momente haben, in denen ihr merkt wie viel Glück ihr habt, so etwas erleben zu dürfen. Und das können nicht viele von sich behaupten. Also genießt die kleinen Momente, die euer Auslandsjahr ausmachen werden.“

Die von der Kreuzberger Kinderstiftung mit Stipendien unterstützten Schüler/innen realisieren ihr Auslandsjahr mit einer der drei gemeinnützigen Austauschorganisationen YFU, AFS und Experiment e.V., die den Jugendlichen auch während des Auslandsjahrs zur Seite stehen.

Unter der Schirmherrschaft des Auswärtigen Amtes hat die Kreuzberger Kinderstiftung bis jetzt rund 450 Auslandsjahre ermöglicht.

Wir bedanken uns bei den diesjährigen Unterstützer/innen des Stipendienprogramms, sowie bei Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und den Kultusminister/innen von Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen Anhalt, die die Schirmherrschaft für das Programm übernommen haben.

Informationen zum Stipendienprogramm

Gruppenfoto der Stipendiat/innen 2017
Blick auf die Gäste
Urkundenübergabe
Greta Barthel erzählt von ihrem Jahr in Thailand